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Italianità im Netz: Vom Kartonkoffer zum Web

Eine Sozialgeschichte der italienischen Sprache in der Deutsch- und Westschweiz
Bereich: 
Institutionelle und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit
Projektleitung:

Sandro Cattacin, UniGE

Forschungspartner:
Bruno Moretti, UniBE

Dauer: 
03.2016 bis 02.2019
Team:

Irene Pellegrini, Toni Ricciardi

Status: 
In Bearbeitung
Beschreibung: 

Das Forschungsprojekt will Abläufe, Charakteristiken und Modalitäten geschichtlich und sozial rekonstruieren, durch welche die italienische Sprache (in ihren Varietäten) in die Sprachkontexte der Deutsch- und Westschweiz eingetreten ist und sich mit ihnen verbunden hat. In ihrer Doppelrolle als Landessprache und historischer Migrationssprache, zeigt das Italienische in der Schweiz einen absolut einzigartigen Charakter im Vergleich zu anderen geografischen Situationen und stellt im aktuellen Kontext der extremen individuellen und symbolischen Mobilität ein aussagekräftiges Forschungsfeld für die Veränderungen der territorialen Mehrsprachigkeit der Eidgenossenschaft dar.

Insbesondere möchte das Projekt die verschiedenen Praktiken und Modalitäten rekonstruieren, beobachten und nacherzählen, durch welche sich die italienischsprachigen Akteure der italienischen Sprache bedienen, wenn sie mit der Nordschweiz in Kontakt treten und sich an das vor Ort vorgefundene Sprachterritorium binden und so ein bedeutendes und konstantes Beziehungsnetz aufbauen. Die Perspektive der Studie ist diachronischer Natur und zielt auf eine geschichtlich-soziale Rekonstruktion der unterschiedlichen Sprachpraktiken und den damit verbundenen Bedeutungen. Erforscht wird der Zeitraum nach dem zweiten Weltkrieg bis heute, welcher zuerst durch eine beträchtliche italienische Migrationswelle und nun von digitalen Gemeinschaften, Bürgerschaften und aktiver Migration im Internet geprägt ist.

Die Untersuchung zeigt anhand einer historiografischen Studie, einer sozialen Umfrage (diachron und synchron) und einer Online-Umfrage (digital ethnography) die Transformation und die Entwicklung der Modalitäten, mit welchen die schweizerischen und ausländischen italienischsprachigen Sozialakteure kommunizieren, in Kontakt treten, sich niederlassen und ein «Netz» in anderen Sprachkontexten bilden.

Ziel – Erwartete Resultate: 

Aus Sicht der Resultate öffnet dieser Ansatz eine Verständnisdimension für die eingetretenen Veränderungen im Umfeld der Verbreitung des Italienischen und der Sprachkompetenzen im Allgemeinen. Die Fokussierung auf das Verbreitungsnetz des Italienischen in der nichtitalienischen Schweiz bringt neue Erkenntnisse über Spracherhalts- und Förderungsmechanismen ausserhalb des gewohnten Sprachgebietes zu Tage, welche sowohl für die Entwicklung neuer didaktischer Instrumente als auch für die Einführung einer neuen Dimension territorialer Hybridität in politische Debatten nützlich sein könnten.