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Sprachenfragen und statistische Erhebungen (2. Teil)

Bereich: 
Institutionelle und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit
Dauer: 
01.2016 bis 12.2017

Bettina Blatter

Status: 
In Bearbeitung
Beschreibung: 

In diesem Projekt werden die Herausforderungen rund um statistische Erhebungen zu Sprachen in der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert im Detail analysiert, um zu einem besseren Verständnis der wichtigen Rolle dieses Instruments in der Schweizer Politik und Öffentlichkeit beizutragen. Ausserdem soll es dem Bundesamt für Statistik (BFS) bei der Ausarbeitung zukünftiger Erhebungsinstrumente dienen und zur Berücksichtigung aktueller soziolinguistischer Gegebenheiten bei der Entwicklung der thematischen Fragebogen zu Sprachen beitragen.

Das Projekt basiert sowohl auf historischen als auch auf ethnografischen und interaktionalen Daten. Letztere wurden im Rahmen eines Vorgängerprojekts des KFM während der Durchführung der ESRK 2014 („Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur“ des BFS) erhoben. Untersucht werden Entstehung und Geschichte der Sprachenerhebungen in der Schweiz, insbesondere der ESRK (Modul „Sprache“), die verwendeten Fragen und Sprachkategorien sowie die Rezeption der Resultate im politischen und akademischen Bereich und in einer breiteren Öffentlichkeit.

Ziel – Erwartete Resultate: 

Das Projekt ist für die Soziolinguistik von grossem Interesse, da es zum Verständnis von Diskursen und Praktiken in Zusammenhang mit statistischen Erhebungen zu Sprachen beiträgt. Diese sind auch Ausdruck unserer Beziehungen zu Sprache und beeinflussen sprachpolitische Entscheide sowie deren Umsetzung. Das Projekt bietet zudem neue Perspektiven für Forschende aus anderen Disziplinen – insbesondere aus Politologie und Geschichte –, die mit Daten aus Sprachenerhebungen arbeiten.

Zusätzlich zum Schlussbericht (inkl. Executive Summary) sind wissenschaftliche Publikationen (namentlich eine Spezialausgabe des „International Journal of the Sociology of Language“ zur Thematik der Sprachenerhebungen weltweit) und die Organisation von zwei Workshops (in Zusammenarbeit mit dem BFS) mit internationalen Forschenden aus den Bereichen der Soziolinguistik und der Sprachdemografie vorgesehen.

Ergänzend wird eine Literaturübersicht über den Stand der Forschung zum Thema erstellt.