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Herkunftssprache und Schulsprache: sind Sprachkompetenzen übertragbar?

Verantwortung: Prof. Raphael Berthele und Amelia Lambelet (KFM); wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Fabricio Decândio und Carlos Pestana (KFM), Magalie Desgrippes (Universität Freiburg); 2012-2014

Ziel des Projekts „Herkunftssprache und Schulsprache: Sind Sprachkompetenzen übertragbar?“ ist die Untersuchung potenzieller Transfers zwischen der Herkunfts- und der Schulsprache bei Schülerinnen und Schülern, die Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) besuchen, insbesondere hinsichtlich schriftlicher Rezeption und Produktion.

Das Projekt knüpft an die Arbeiten von Moser et al. (2008) im Rahmen des NFP 56 zum Transfer von Sprachkompetenzen von der Erst- zur Schulsprache bei 4- bis 6-jährigen Kindern mit Migrationshintergrund an. In diesen Arbeiten wurden Kinder, die an einem L1-Förderprogramm teilgenommen hatten, Gleichaltrigen gegenübergestellt, die nicht an einem solchen Programm teilgenommen hatten.

Im vorliegenden Projekt interessieren wir uns für uns das Leseverständnis und die schriftliche Produktion in der Zweitsprache etwas älterer Kinder (8-9 Jahre) und können so die Studie von Moser et al. (2008) ergänzen, die sich insbesondere mit der phonologischen Bewusstheit und dem Vokabular befasst hatte. Wir werden ebenfalls untersuchen, ob Transfers zwischen Erst- und Schulsprache bei typologisch nahe verwandten Sprachen ausgeprägter sind als bei entfernteren Sprachen.

Im Rahmen der Untersuchung werden wir bei Kindern portugiesischer Herkunft der 5. bis 6. Primarschulklasse (gemäss HarmoS) die Kompetenzen in Portugiesisch und in der Schulsprache (Französisch bzw. Deutsch) zu drei verschiedenen Zeitpunkten testen: vor Besuch des HSK-Unterrichts, nach einem sowie nach zwei Jahren.