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Mehrsprachigkeitssequenzen im Geschichtsunterricht: Prozesse beim Lösen von Interkomprehensionsaufgaben und geeignete Profile von Lernenden

Verantwortung: Prof. Thomas Studer und Amelia Lambelet (KFM)
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Pierre-Yves Mauron (KFM)
Dauer: 2012-2014

Schlussbericht (Französisch)                Executive Summary                         Fiches didactiques

Ziel des Projekts „Mehrsprachigkeitssequenzen im Geschichtsunterricht: Prozesse beim Lösen von Interkomprehensionsaufgaben und geeignete Profile von Lernenden“ ist zweifach: Einerseits sollen Arbeitsblätter, die 2009 im Rahmen von Materialentwicklungen für eine Didaktik der Interkomprehension auf Sekundarstufe II entwickelt wurden (Lesen von Texten in der Quellensprache im Geschichtsunterricht), für die Sekundarstufe I angepasst werden. Zweitens sollen die Prozesse beleuchtet werden, die beim Verstehen von Texten in einer unbekannten Sprache in der Schule (Geschichtsunterricht auf Sekundarstufe I) eine Rolle spielen. Es soll ferner untersucht werden, inwieweit eine punktuelle Didaktik der Interkomprehension hinsichtlich kognitiver und interaktionaler Prozesse eingesetzt werden kann, und für welche Profile von Lernenden dieser Ansatz (nicht) sinnvoll ist.

Bisherige empirische Untersuchungen zum Verstehen von Texten oder einzelnen Wörtern in einer unbekannten Sprache haben gezeigt, dass bestimmte individuelle Faktoren wie Mehrsprachigkeit (insbesondere in verwandten Sprachen) oder das Kompetenzniveau in einer anderen nahen Sprache die Dekodierung begünstigen. Wenig Aufmerksamkeit wurde jedoch den Prozessen geschenkt, die beim Lesen von Texten in einer unbekannten Sprache in der Schulklasse ablaufen.

Im vorliegenden Projekt sollen aufgezeigt werden, welche Prozesse beim Lösen von Interkomprehensionsaufgaben in der Schulklasse eine Rolle spielen, sowohl mit Blick auf für derartige Aufgaben mehr oder weniger geeignete Profile von Lernenden als auch direkte Einwirkungen (Gruppeninteraktion, Problemlösung, Platz im Lehrplan usw.).

Das Projekt umfasst daher vier verschiedene Dimensionen:

  1. Psycholinguistische Dimension: Welche kognitiven Prozesse spielen bei der Lektüre von Texten in einer unbekannten Sprache eine Rolle?
  2. Dimension „individuelle Profile“: Ist die Heranführung an Sprachen mittels der Lektüre von Texten in einer unbekannten Sprache für alle Lernenden geeignet? Gibt es für die Lösung derartiger Aufgaben besonders geeignete Profile von Lernenden?
  3. Curriculare Dimension: Wie können Leseaktivitäten in der Quellensprache im Geschichtsunterricht berücksichtigt werden (aus Sicht der Lehrpersonen und der Lernenden)?
  4. Didaktische Dimension: Wie laufen Leseaktivitäten von Texten in der Quellensprache hinsichtlich Interaktionsprozessen innerhalb der Arbeitsgruppen ab?