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Zugang zum Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit und Sprachkompetenzen

In Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne UNIL

Verantwortung: Prof. Alexandre Duchêne und Dr. Renata Coray (KFM), Prof. Pascal Singy (UNIL)
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Mi-Cha Flubacher und Pierre-Yves Mauron (KFM), Dr. Seraphina Zurbriggen, Isaac Pante und Anamaria Terrier (UNIL); 2013-2014

Executive summary                  Schlussbericht

Die heutige Arbeitswelt wird durch die globalisierte Wirtschaft, zunehmende Migration und Mobilität geprägt. Mehrsprachige Praktiken werden in diesem neuen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Umfeld immer wichtiger und stellen eine zusätzliche Herausforderung an die Arbeitskräfte dar. Der Zusammenhang zwischen Sprachzugehörigkeit, Sprachkompetenzen und Zugang zum Arbeitsmarkt ist bisher jedoch kaum erforscht worden. Er ist von zentraler Bedeutung, um herauszufinden, inwiefern und unter welchen Bedingungen welche Sprachen zu einem Kapital werden. In der Schweiz bilden die von den Kantonen betriebenen Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) einen wichtigen Brennpunkt dieser Entwicklung: Stellensuchende mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen sowie ArbeitgeberInnen mit vielfältigen sprachlichen Anforderungen begegnen sich auf dieser Plattform, RAV-Angestellte vermitteln zwischen den beiden Akteuren.

Das Forschungsprojekt stellt die Bedeutung von Sprache, Sprachkompetenzen und Sprachzugehörigkeit im Arbeitsvermittlungsprozess ins Zentrum. Es untersucht die sprachbezogenen Konzeptionen und Repräsentationen, die die institutionellen Diskurse und Praktiken prägen. Zu diesem Zweck konzentriert es sich einerseits auf die mit der Arbeitsvermittlung beauftragten Behörden und ihre Wissensproduktion zum Themenbereich Sprache und Arbeitsmarkt. Andererseits werden niedrigqualifizierte Stellensuchende, die überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, in Regionalen Arbeitsvermittlungszentren bei ihren Beratungsgesprächen und Arbeitsbemühungen begleitet. Im Zentrum stehen folgende Forschungsfragen:

  1. Welche Rolle spielen Sprachkompetenzen und sprachliche Herkunft in den Diskursen und Praktiken der Akteure auf dem Arbeitsmarkt (Arbeitsmarktbehörden, öffentliche PersonalberaterInnen, Stellensuchende etc.)?
  2. Welche Sprachkompetenzen werden für den Zugang zum Arbeitsmarkt geltend gemacht?
  3. Mit welchen Strategien versuchen die verschiedenen Akteure die sprachlichen Ressourcen anzuerkennen und zu unterstützen?